Aufruf des Vorstands von „Frohes Schaffen“ an die Entscheider und Entscheiderinnen im Bereich Logistik, Lebensmitteleinzelhandel und Pflege, ihren Einfluss zu nutzen!

In mehr als einem Dutzend persönlichen Briefen hat der Vorstand von „Frohes Schaffen“ CEOs, Vorstands-bzw. Aufsichtsratsvorsitzende sowie den Arbeitgeber-Präsidenten aufgerufen, die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in den Branchen Logistik, Lebensmitteleinzelhandel und Pflege zu verbessern. 

Unsere konkreten Vorschläge: 

– Das Kriterium „Systemrelevanz“ bzw. Nutzen der Tätigkeit für die Gesellschaft / den einzelnen Menschen muss bei der Bewertung der Tarifmerkmale eingeführt werden.

– In der Öffentlichkeit muss der Stellenwert der Arbeit der genannten Berufe gehoben werden.

– Eine faire Personalbemessung, die den Beschäftigten eine Erledigung der Arbeit ohne Dauerstress ermöglicht und den Kund*innen/Patient*innen würdig ist, muss eingeführt werden.

– Ein konsequentes und großzügiges Einplanen der Dauer von Wiederbesetzungen bei Vakanzen muss umgesetzt werden.

– Arbeitnehmer*innen müssen vertrauen können, dass mittel- bis langfristig gute Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung  bei der Überwindung des Fachkräftemangels helfen werden.

– Alle, nur auf die Gewinnmaximierung gerichteten Vorgaben müssen verweigert werden, sobald zu vermuten ist, dass diese Maßnahmen auf Kosten der Beschäftigten und/oder der Patient*innen / Kund*innen gehen, 

– Alle Tarifgruppen müssen aus den Gehaltstabellen gestrichen werden, bei denen – unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der jeweiligen Branche – niemand in Würde ohne staatliche Zusatzleistungen leben kann. 

Das erste Netzwerktreffen zum Thema „New Work“ muss aufgrund der Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus leider verschoben werden…

Das erwartet Euch, wenn Veranstaltungen wieder bedenkenfrei stattfinden können:

„Frohes Schaffen – vernetzt“

New Work – Arbeit anders denken, Arbeit anders machen
Zusammen mit dem Start-Up-Boom und der Digitalisierung dringt der Begriff „New Work“ unversehens in die Diskussionen vieler Unternehmen ein. Was verbirgt sich dahinter? Ist es eine echte Bewegung in der Arbeitswelt oder Etikettenschwindel? Was bringt es den Unternehmen und was den arbeitenden Menschen?

Wir streifen folgende Punkte:

  • Ursprung der Idee & Drängeln der Jungen
  • Dreiklang von Sinn, Ganzheit und Selbstorganisation
  • Zusammenhang mit Kickertisch und frischem Obst
  • Das Menschenbild dahinter
  • Hier haken Theorie und Praxis
  • Gewagte These

Der Kurzvortrag soll zum Darüber-Nachdenken anregen, ob das ein Arbeitskonzept der Zukunft für mich und meinen Arbeitszusammenhang sein kann. Im Austausch können wir voneinander mehr über die Veränderungsmöglichkeiten bei der Arbeit der anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfahren und ein klareres Bild des Arbeitslebens jenseits des Tellerrandes bekommen.

Wir freuen uns auf Euch!

Corona-Auflagen: Trübe Zeiten für Frohes Schaffen

Aus dem Online-Austausch mit Teilnehmenden verschiedener Berufsgruppen lässt sich folgendes Fazit ziehen: am meisten fehlen soziale Kontakte und eine Perspektive! Es wird berichtet, wie sehr die „lieben KollegInnen“ vermisst werden und wie die unklare wirtschaftliche Situation einzelne bedrückt. Bei ohnehin hoher Arbeitslast kommen vermehrt weitere, „digitale“ oder „Hygiene“-Aufgaben hinzu. Das Tempo bleibt. Errungenschaften, wie zum Beispiel kooperative Lernmethoden bei LehrerInnen werden im Dienste der Infektionssicherheit schnell wieder ad acta gelegt. Selbständige fühlen sich durch die unklare Auftragslage deutlich unsicherer als in Vor-Corona-Zeiten. Das Teilen der Wahrnehmung der eigenen Arbeitssituation und das Zuhören und Verstehen der Eindrücke der anderen wurde allerseits als sehr wohltuend empfunden und stärkt die Solidarität. Fragen Sie doch auch einmal konkret nach, wie der Nachbar, die Freundin, der Bruder oder die Tochter ihre Arbeit in diesen Zeiten empfindet…

Frohes Schaffen unterzeichnet Equal Care Manifest

Auszug aus dem Manifest für angemessene Wertschätzung und Bezahlung im Care-Bereich: „Wir laden alle Menschen ein, die beruflich, im Privaten oder ehrenamtlich Sorgeverantwortung übernehmen, gemeinsam für einen grundlegenden System- und Wertewandel zu kämpfen und sich mit diesem Ziel zusammen zu schließen. Wir fordern all diejenigen auf, die zur Zeit deutlich spüren, wie sehr sie persönlich von der Sorgearbeit anderer profitieren, Care nicht länger finanziell und ideell klein zu reden, sondern sich solidarisch zu zeigen, indem sie den überfälligen Kampf für mehr Sorgegerechtigkeit auch über die Coronavirus-Pandemie hinaus unterstützen. Care-Arbeit ist nicht nur systemrelevant, sie ist das Fundament unseres Systems!“

Unterzeichnen Sie das Equal-Care-Manifest: https://equalcareday.de

Mehr Einsatz für den Einsatz

An alle Zusteller, Verkäuferinnen, Warenverräumer, Apothekerinnen, medizinische und pharmazeutische Assistenten, Ver- und Entsorgerinnen, Pfleger, Ärztinnen, Reinigungskräfte, Polizeibeamte, Feuerwehrleute, Lastwagenfahrerinnen, Bus- und Bahnlenker, Internet-Stabil-Halterinnen, Antragsbearbeiter (und Unterstützungsgeld-Auszahler), Fabrik-Arbeiterinnen, Handwerker, Laborantinnen und ungenannten „Helden“.

Wir sind so froh, dass Ihr Euch für uns einsetzt. Dankeschön!

Ihr habt mehr Einsatz
für Euren Einsatz verdient!


Wir sind ein gemeinnütziger Verein, mit dem Ziel, mehr Demokratie und Solidarität in der Arbeitswelt zu verankern. Deshalb fordern wir Eure Kundinnen, Patienten, Arbeitgeberinnen und Fahrgäste auf, wo immer es möglich ist, für die Verbesserung Eurer Arbeitsbedingungen einzutreten, auch nach Corona-Zeiten. Wir tun‘s. Versprochen!

www.frohesschaffen.eu

Lade dir unser Plakat „Mehr Einsatz für den Einsatz“ hier herunter, drucke es aus, hänge ihn an deine Haustür, oder poste unseren Aufruf in deinen Netzwerken.

Verein Frohes Schaffen gegründet

Am 11. Oktober 2019 wurde der Verein Frohes Schaffen gegründet.

Frohes Schaffen basiert auf dem Verständnis, dass Menschen jeglicher Berufe und Tätigkeiten sich in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld für das Gelingen einer Gesellschaft, die auf Verantwortung und Solidarität basiert und sich der Nachhaltigkeit ihres Ressourceneinsatzes bewusst ist, einsetzen können und sollten. Mit der Unterschiedlichkeit und Vielzahl der Talente und Ideen lässt sich eine Gemeinschaft stärken, die Zusammenhalt, Demokratie und Anerkennung von Verschiedenheit als Grundlage erhält.

Gute Arbeit ist eine wesentliche Bedingung für Selbstbewusstsein. Menschen, die ihre (Arbeits-)Leistung in einen übergeordneten Sinnzusammenhang stellen wollen und/oder ihre Kreativität zur nachhaltigen, menschenfreundlichen Gestaltung von Arbeits- und Geschäftsmodellen einsetzen möchten, geraten oft an ihre individuellen Grenzen.

Vor allem durch technische und demografische Faktoren ist die Arbeitswelt in Bewegung geraten. Dieser Wandel macht die aktive Gestaltung der Arbeit durch die Arbeitenden selbst erforderlich, um ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu sichern.

Der Verein wurde gegründet, um diese engagierten Menschen zu befähigen und zu stärken, Demokratie, Solidarität und Gestaltungskraft in die beruflichen Strukturen zu bringen bzw. diese weiterzuentwickeln.

Der Zusammenhalt in einer Gesellschaft wird dadurch gestärkt, dass Interesse an der Arbeit des/der Anderen gegenüber gezeigt wird und Leistung Wertschätzung erfährt. Dieser Blick wird durch die vielfach vorherrschende ökonomische Interpretation vom Arbeitswert von Einzelnen und Berufen/Berufsgruppen verstellt. Mit dem Verein soll das Wissen um sowie das Interesse, Verständnis und Anerkennung für Berufe und Leistungen Einzelner und Gruppen für unsere Gesellschaft gefördert werden.

Der Verein bietet dazu Netzwerk- und Austauschstrukturen sowie Bildungsprogramme an. Darüber hinaus möchte er Sprachrohr für engagierte Menschen aller Alters- und Berufsgruppen sein, die sich jenseits von Berufsverbänden, Gewerkschaften und Parteien für faire Rahmenbedingungen und Standards einsetzen möchten, die eine verantwortliche Arbeit ermöglichen und honorieren.

Frohes Schaffen soll ein Leitmotiv für eine zivilgesellschaftliche Bewegung sein, die Veränderungsnotwendigkeiten aufdeckt und Impulse zur Realisierung einer positivsten Zukunftsvision in die Arbeitswelt gibt.

(Stand 11.10.2019, Gründungsversammlung)